MATURA, OHNE AUSZUBRENNEN

Die Matura ist mehr als eine Prüfung: Sie ist eine Lebensphase mit hohen Erwartungen – an dich selbst und von Schule, Familie, Umgebung. Gleichzeitig stehen Entscheidungen an, die deine Zukunft betreffen. Das darf sich auch mal viel anfühlen. Mentale Gesundheit ist dabei die Basis, um klar und gestärkt durch diese Phase zu gehen.

WARUM MENTALE GESUNDHEIT GERADE JETZT ZÄHLT 

Mit der Matura verändern sich Routinen und Rollen. Du übernimmst mehr Verantwortung, planst deine Zeit selbst und setzt Ziele, um deine Leistung zu zeigen. Viele Jugendliche erleben in dieser Phase: 

  • Druck, funktionieren zu müssen
  • Vergleich mit anderen
  • Zweifel an sich selbst


Das ist normal und okay. Und du darfst dir Unterstützung holen, bevor es zu viel wird. 

WIE ES JUGENDLICHEN IN ÖSTERREICH WIRKLICH GEHT 

Eine aktuelle Befragung im Rahmen der Initiative Mental Health Days zeigt beeindruckende Zahlen: Insgesamt wurden 14.391 Jugendliche an 138 Schulen befragt: 

  • Fast die Hälfte der Jugendlichen gab an, sie hätten den Eindruck, perfekt sein zu müssen
  • Schule wurde als größte Belastung genannt – deutlich öfter als familiäre Erwartungen
  • Als wichtigste Werte nannten die Jugendlichen Familie, Freundschaft und Gesundheit; Leistung oder Noten standen nicht an erster Stelle


Diese Zahlen machen klar:
Der Druck, der durch Leistungsanforderungen entsteht, ist kein kleines Thema. Er ist bei vielen Jugendlichen Realität. Gleichzeitig zeigt sich ein klares Bild: Was dir persönlich wichtig ist (Menschen, Verbindung, Gesundheit), steht häufig über reinem Leistungsdenken. 

Wenn du also gerade das Gefühl hast, „das darf nicht schiefgehen“ oder „ich muss jetzt liefern“ – dann bist du nicht allein. Und vor allem: Du bist mehr als diese eine Leistung. 

RESILIENZ – DEINE PSYCHISCHE WIDERSTANDSKRAFT

Resilienz heißt nicht, „alles aushalten“ zu müssen. Es bedeutet, dich wieder zu stabilisieren, wenn Dinge belastend sind. 

So kannst du deine Resilienz stärken: 

  • Realistische Lernziele setzen statt Perfektion 
  • Bewusste Pausen machen, denn dein Gehirn lernt in den Pausen
  • Schlaf ernst nehmen (7–8 Stunden verbessern Konzentration)
  • Bewegung nutzen: schon 20 Minuten reichen, um Stresshormone abzubauen
  • Reden hilft immer z. B. mit Freund:innen, Lehrer:innen, Eltern, Schulpsychologie


DIE EIGENE RESILIENZ IST WICHTIG, DU 
KANNST SIE STÄRKEN, DENN SIE WÄCHST MIT ÜBUNG – NICHT MIT DRUCK. UND MAL UNTERSTÜTZUNG ANZUNEHMEN IST EIN ZEICHEN VON STÄRKE, NICHT VON SCHWÄCHE 

MATURA & PRÜFUNGSPHASE –TYPISCHE GEDANKEN & WAS HILFT 

„Ich habe Angst vor der Prüfung.“
Atemübung: 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus, dreimal. Erinnere dich: Du brauchst nicht perfekt sein – du darfst einfach du sein 

„Ich lerne, aber nichts bleibt hängen.“
Methode ändern: laut erklären, Lernpartner:in, Mindmap. 5–10 Minuten Bewegung im Freien 

„Alle anderen wirken entspannter.“
Social Media ≠ Realität. Schreib täglich 2 Mini-Erfolge auf – stärkt Selbstvertrauen

„Ich weiß nicht, wie es danach weitergeht.“
Kein Lebensplan nötig: Nur ein nächster Schritt. Zukunft findet man im Gehen, nicht im Vorausplanen.

WO DU HILFE BEKOMMST, WENN’S NICHT MEHR GEHT 

  • Schulpsycholog:innen direkt über deine Schule
  • Jugendberatungsstellen (Pro Mente, Caritas)
  • Rat auf Draht – 147 (24/7)
  • Bei akuter Belastung: 112 oder nächste Klinik


Fazit 

Die Matura ist eine intensive Zeit. Sie fordert Organisation, Ausdauer und manchmal auch Nerven. Es ist normal, wenn das anstrengend ist und nicht jeder Tag gleich gut gelingt. Entscheidend ist, dass du dir Raum gibst, zwischendurch auszusteigen, durchzuatmen und Unterstützung anzunehmen, wenn es nötig ist. 

5 KLEINE STRATEGIEN 

FÜR DEN ALLTAG 

Manchmal braucht es keine großen Veränderungen, sondern kleine Gewohnheiten, die Stabilität geben. Hier ein paar einfache Tools, die du sofort nutzen kannst: 

1. 90/15-Regel: 90 Minuten konzentriert lernen, 15 Minuten bewusst weg vom Lernstoff. Dein Gehirn speichert so besser. 

2. Check-in am Abend: Schreib kurz auf: Was hat heute gut funktioniert? Schon ein Satz reicht. 

3. Offline-Zonen: 1 Stunde vor dem Schlafen Handy weg. Das beruhigt das Nervensystem. 

4. Mikro-Pausen: Alle 2–3 Stunden kurz aus dem Raum gehen, Fenster öffnen, Schultern lockern. 

5. Anker-Person: Überleg dir 1 Person, bei der du ehrlich sagen kannst: „Heute ist viel.“ Nur aussprechen entlastet. 


Diese Schritte hören sich unspektakulär an – wirken aber stark, wenn sie regelmäßig stattfinden. Du musst nicht alles gleichzeitig ändern. Ein Tool, konsequent genutzt, kann schon viel drehen.