CHANCEN UND RISIKEN VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ (KI)

Die Arbeitswelten verändern sich immer schneller! In letzter Zeit wird oft und viel von Künstlicher Intelligenz gesprochen. Welche Chancen, aber auch Risiken bietet KI?

Die größten Chancen von KI bestehen sicherlich darin, dass sie uns Menschen im Alltag und Berufsleben unterstützen und somit Arbeit abnehmen kann. Die KI übernimmt zum Beispiel für den Menschen gefährliche Arbeitsprozesse, führt standardisierte Arbeitsschritte, Wartungstechniken etc. durch oder hilft bei Forschung und Weiterbildung, indem sie vorhandene Daten durchsucht und kategorisieren kann und somit Recherchearbeit abnimmt.

Die Nutzung von KI wird sicherlich auch dazu führen, dass in manchen Arbeitsbereichen der Mensch als Arbeitskraft nicht mehr notwendig sein wird. Andererseits werden dadurch aber auch neue Jobs entstehen, das heißt, dass menschliche Arbeit auch in Zukunft nicht überflüssig werden wird.

RISIKEN VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ

Die größten Risiken im Bereich der KI bestehen generell im missbräuchlichen Einsatz derselben. Die von einem Unternehmen nicht korrekt genutzte KI für Bewerbungsverfahren könnte zu diskriminierenden Entscheidungen bei Jobeinstellungen führen. Als weiteres Beispiel sei der momentan so aktuelle Chatbot ChatGPT genannt. Menschen könnten hier im Unklaren gelassen werden, dass man nicht mit einem echten Menschen kommuniziert. Es könnten auch bewusst gesteuerte Antworten erfolgen, die manipulieren und beeinflussen sollen.

Eines ist aber auf alle Fälle zu betonen. Die momentan eingesetzte KI kann den Menschen auf keinen Fall komplett ersetzen, da sie in den meisten Fällen nur das kann, was ihr vom Menschen beigebracht wird. Als Beispiel seien hier durch KI gesteuerte Autos genannt. Das funktioniert zwar, trotzdem sollte ein Mensch im Auto sitzen, der bei einer der KI unbekannten Situation eingreifen und das Steuer übernehmen kann. Und ein wesentlicher weiterer Punkt. KI empfindet keine Empathie, kennt kein menschliches Mitgefühl. Diese menschlichen Fähigkeiten versucht die KI nur nachzuahmen.

Die momentan eingesetzte KI kann den Menschen auf keinen Fall komplett ersetzen, da sie in den meisten Fällen nur das kann, was ihr vom Menschen beigebracht wird.

WELCHE BRANCHEN WERDEN VORAUSSICHTLICH AM MEISTEN VON DER AUTOMATISIERUNG BETROFFEN SEIN – UND WIE KÖNNEN ARBEITNEHMER:INNEN UND ARBEITGEBER:INNEN SICH DARAUF VORBEREITEN?

KI verändert die Arbeitswelt auf alle Fälle. Momentan unterstützt sie uns Menschen aber noch mehr, als dass sie uns komplett ersetzt. Laut Studien werden daher zuerst vor allem Berufe mit Routinetätigkeiten betroffen sein, wie zum Beispiel in der industriellen Produktion, aber auch manche Fertigungsberufe. In vielen anderen Berufen werden nur bestimmte Tätigkeiten oder Abläufe durch Automatisierungstechnik übernommen werden, zum Beispiel sich wiederholende Tätigkeiten im Handel, wie z. B. Kassatätigkeit, oder im Bereich Büro, die Buchhaltung, etc.

Diese Übernahme von Routinetätigkeiten durch die KI schafft aber auch neue Tätigkeitsbereiche. Wenn im Einzelhandel die Tätigkeit des Kassierens nicht mehr wahrgenommen werden muss, können die Mitarbeiter:innen zum Beispiel verstärkt in der Betreuung der Kund:innen eingesetzt werden. Ein neues Einsatzgebiet erfordert, dass der/die Mitarbeiter:in verstärkt die dafür nötigen Kompetenzen erhält. Dies geht über Aus- oder Weiterbildungen. Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen sind im Zuge des Automatisierungsprozesses also gleichermaßen gefordert, rechtzeitig auf die Weiterbildung bzw. Umschulung ihrer Mitarbeiter:innen zu achten.

Berufe, die vorausschauendes und eigenständiges Denken, Planung, Kreativität und vor allem soziale Fähigkeiten, wie Mitgefühl und Empathie, aber auch eine Anpassung an sich ständig verändernde Arbeitsbedingungen erfordern, sind in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht gefährdet, durch KI ersetzt zu werden. Das sind Berufe wie Ärzt:in, Pädagog:in, Pfleger:in, Sozialarbeiter:in, Friseur:in, Werbetexter:in, Designer:in, aber auch viele Handwerksberufe.

WAS WIRD AUF ALLE FÄLLE WICHTIG WERDEN?

Abgesehen von den überfachlichen und sozialen Kompetenzen, die auch in der Zukunft immer noch eine sehr wichtige Rolle spielen werden, gewinnen digitale Kenntnisse und Kompetenzen aber zunehmend an Bedeutung. In vielen Berufen sind sie jetzt schon zwingend erforderlich, aber auch für die meisten klassischen und traditionellen Berufe sind zumindest digitale Grundkenntnisse empfehlenswert.

Es wird daher einerseits wichtig werden, bei Jugendlichen die digitalen Kenntnisse und Fähigkeiten zu fördern und weiterzuentwickeln, andererseits sollten auch Erwachsene ihre digitalen Kompetenzen checken lassen. Wer dem Ganzen gegenüber aufgeschlossen ist und sich in diese Richtung fortbildet, wird auch beruflich leichter weiterkommen.