Die Matura ist mehr als eine Prüfung: Sie ist eine Lebensphase mit hohen Erwartungen – an dich selbst und von Schule, Familie, Umgebung. Gleichzeitig stehen Entscheidungen an, die deine Zukunft betreffen. Das darf sich auch mal viel anfühlen. Mentale Gesundheit ist dabei die Basis, um klar und gestärkt durch diese Phase zu gehen.
Mit der Matura verändern sich Routinen und Rollen. Du übernimmst mehr Verantwortung, planst deine Zeit selbst und setzt Ziele, um deine Leistung zu zeigen. Viele Jugendliche erleben in dieser Phase:
Das ist normal und okay. Und du darfst dir Unterstützung holen, bevor es zu viel wird.
Eine aktuelle Befragung im Rahmen der Initiative Mental Health Days zeigt beeindruckende Zahlen: Insgesamt wurden 14.391 Jugendliche an 138 Schulen befragt:
Diese Zahlen machen klar: Der Druck, der durch Leistungsanforderungen entsteht, ist kein kleines Thema. Er ist bei vielen Jugendlichen Realität. Gleichzeitig zeigt sich ein klares Bild: Was dir persönlich wichtig ist (Menschen, Verbindung, Gesundheit), steht häufig über reinem Leistungsdenken.
Wenn du also gerade das Gefühl hast, „das darf nicht schiefgehen“ oder „ich muss jetzt liefern“ – dann bist du nicht allein. Und vor allem: Du bist mehr als diese eine Leistung.
Resilienz heißt nicht, „alles aushalten“ zu müssen. Es bedeutet, dich wieder zu stabilisieren, wenn Dinge belastend sind.
So kannst du deine Resilienz stärken:
DIE EIGENE RESILIENZ IST WICHTIG, DU KANNST SIE STÄRKEN, DENN SIE WÄCHST MIT ÜBUNG – NICHT MIT DRUCK. UND MAL UNTERSTÜTZUNG ANZUNEHMEN IST EIN ZEICHEN VON STÄRKE, NICHT VON SCHWÄCHE
„Ich habe Angst vor der Prüfung.“
Atemübung: 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus, dreimal. Erinnere dich: Du brauchst nicht perfekt sein – du darfst einfach du sein
„Ich lerne, aber nichts bleibt hängen.“
Methode ändern: laut erklären, Lernpartner:in, Mindmap. 5–10 Minuten Bewegung im Freien
„Alle anderen wirken entspannter.“
Social Media ≠ Realität. Schreib täglich 2 Mini-Erfolge auf – stärkt Selbstvertrauen
„Ich weiß nicht, wie es danach weitergeht.“
Kein Lebensplan nötig: Nur ein nächster Schritt. Zukunft findet man im Gehen, nicht im Vorausplanen.
Fazit
Die Matura ist eine intensive Zeit. Sie fordert Organisation, Ausdauer und manchmal auch Nerven. Es ist normal, wenn das anstrengend ist und nicht jeder Tag gleich gut gelingt. Entscheidend ist, dass du dir Raum gibst, zwischendurch auszusteigen, durchzuatmen und Unterstützung anzunehmen, wenn es nötig ist.
FÜR DEN ALLTAG
Manchmal braucht es keine großen Veränderungen, sondern kleine Gewohnheiten, die Stabilität geben. Hier ein paar einfache Tools, die du sofort nutzen kannst:
1. 90/15-Regel: 90 Minuten konzentriert lernen, 15 Minuten bewusst weg vom Lernstoff. Dein Gehirn speichert so besser.
2. Check-in am Abend: Schreib kurz auf: Was hat heute gut funktioniert? Schon ein Satz reicht.
3. Offline-Zonen: 1 Stunde vor dem Schlafen Handy weg. Das beruhigt das Nervensystem.
4. Mikro-Pausen: Alle 2–3 Stunden kurz aus dem Raum gehen, Fenster öffnen, Schultern lockern.
5. Anker-Person: Überleg dir 1 Person, bei der du ehrlich sagen kannst: „Heute ist viel.“ Nur aussprechen entlastet.
Diese Schritte hören sich unspektakulär an – wirken aber stark, wenn sie regelmäßig stattfinden. Du musst nicht alles gleichzeitig ändern. Ein Tool, konsequent genutzt, kann schon viel drehen.