Die ersten Tage des Studiums sind voll von neuen Dingen. Die wichtigsten Begriffe und deren Bedeutung findest du hier.
Viele Lehrveranstaltungen an der Universität sind Vorlesungen. Sie haben normalerweise keine Platzbeschränkung – es kann also vorkommen, dass sich hunderte Studierende in eine beliebte Vorlesung drängen … Pünktlichkeit zahlt sich also aus! Da aber meistens keine Anwesenheitspflicht herrscht, gibt es häufig auch keine Hausübungen. Wird eine Vorlesung von mehreren Professor:innen zu einem bestimmten Überthema gehalten, nennt man sie Ringvorlesung.
Theorie oder Praxis: Theorie
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: nein, außer mit dem Zusatz „prüfungsimmanent“
Ein Seminar findet in kleineren Gruppen statt, somit gibt es hier eine Beschränkung. Das bedeutet für dich: rechtzeitig anmelden und Anwesenheitspflicht (du darfst nur einen gewissen Anteil der Einheiten fehlen)! Wie in einer Schulklasse wird im Seminar aktive Teilnahme erwartet, Hausaufgaben, Referate oder Diskussionen sind vorzubereiten. Am Ende musst du meist keine Prüfung ablegen, sondern eine Seminararbeit verfassen. Der Unterschied zwischen Proseminar und Hauptseminar ist, dass ein Hauptseminar nur von Professor:innen gehalten werden darf, während ein Proseminar auch von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen durchgeführt werden kann.
Theorie oder Praxis: beides
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: ja
Hausübungen, Referate etc.: ja
AUCH WENN KEINE ANWESENHEITSPFLICHT HERRSCHT, IST ES DENNOCH OFT EMPFEHLENSWERT, TEILZUNEHMEN. DADURCH SCHAFFST DU DIR EINE STRUKTUR, LERNST REGELMÄSSIG DAZU UND KNÜPFST KONTAKTE.
In der Übung werden Aufgaben gemeinsam behandelt und gelöst – wie der Name schon sagt. Häufig laufen Übungen parallel zu Vorlesungen oder Seminaren und greifen dort gestellte Aufgaben auf. Auch hier ist die Teilnehmer:innenzahl begrenzt, damit die Lehrpersonen besser auf die Studierenden eingehen können. Deshalb darfst du auch hier nicht (zu oft) fehlen, und es gibt Vorbereitungsaufgaben für zuhause.
Theorie oder Praxis: Praxis
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: ja
Hausübungen, Referate etc.: ja
Ähnlich wie die Übung ist das Tutorium da, um Studierenden ein besseres Verständnis zu vermitteln. Themen aus Vorlesungen oder Seminaren werden gemeinsam bearbeitet. Die Tutor:innen, also die „Lehrer:innen“ eines Tutoriums, sind Studierende, die häufig besonders gut in dem jeweiligen Fach sind und schon viel Erfahrung haben.
Die Teilnahme ist freiwillig und bringt im Normalfall keine ECTS-Punkte, bei Fragen und Schwierigkeiten kann sie aber sehr hilfreich sein.
Theorie oder Praxis: Praxis
ECTS-Punkte/Benotung: (meistens) nein
Anwesenheitspflicht: nein
Hausübungen, Referate etc.: nein, evtl. freiwillig
SO SPARST DU ZEIT, GELD UND NERVEN
Arbeitsplan: Welche Lehrveranstaltungen, wie viele Prüfungen und Arbeiten sind zu absolvieren? Welche Voraussetzungen sind jeweils zu erfüllen? Gibt es Studienabschnitte? Überprüfe diesen Plan regelmäßig und reflektiere über die Ergebnisse.
Studienteams: Bereite dich mit Kolleg:innen auf Prüfungen vor, tauscht Unterlagen aus etc. – gemeinsam schafft ihr mehr.
Wiederholen und vertiefen: Neuer Lernstoff sollte zeitnah wiederholt werden, das spart Zeit bei der Prüfungsvorbereitung.
BOLOGNA-PROZESS
Der Bologna-Prozess ist eine Reform des europäischen Hochschulwesens, die 1999 gestartet wurde und an der mittlerweile 48 europäische Länder sowie die EU mitwirken. Kernziel war und ist ein europäischer Hochschulraum mit qualitätsgesicherten, transparenten und vergleichbaren Studienangebote und Abschlüssen. Es gibt drei Stufen: Bachelor, Master und Doktor/PhD.
DAS EUROPEAN CREDIT TRANSFER AND ACCUMULATION SYSTEM (ECTS)
Um Abschlüsse zu erreichen, sammelt man Punkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Abhängig vom Aufwand einer Lehrveranstaltung bekommst du dafür eine bestimmte ECTS-Punktezahl. Ein Bachelorstudium schließt normalerweise mit 180 ECTS ab, ein Masterstudium mit 120. Das bedeutet, du solltest circa 30 ECTS-Punkte pro Semester schaffen, was jedoch keine Verpflichtung, sondern eher eine Richtlinie ist.
Sei nicht zu besorgt, wenn du im ersten Semester nicht die gesamte Anzahl schaffst: Sobald du das Universitätssystem besser kennst, wird dir das Punktesammeln bestimmt leichter fallen. Allgemein sollen für einen Credit Point circa 30 Arbeitsstunden anfallen. Auch dies kann leicht variieren, da der Arbeitsumfang für eine Lehrveranstaltung von dir, deinen Neigungen sowie von der Lehrperson und den Studieninhalten abhängt.
Den „Deckel“ des dreistufigen Systems bildet der Doktor/PhD. Die meisten PhD-Angebote richten sich vor allem an Leute, die selbst in die Forschung gehen oder an der Universität arbeiten möchten. Der Doktortitel hingegen kann immense Vorteile in der Wirtschaft bringen, oder du erhältst ihn nach einem Medizinstudium.