STUDIEREN – UND WIE GEHT DAS JETZT?

Die ersten Tage des Studiums sind voll von neuen Dingen. Die wichtigsten Begriffe und deren Bedeutung findest du hier.

1. DIE VORLESUNG

Die meisten Lehrveranstaltungen an der Universität sind Vorlesungen. Sie haben normalerweise keine Platzbeschränkung – es kann also vorkommen, dass sich hunderte Studierende in eine beliebte Vorlesung drängen … Pünktlichkeit zahlt sich also aus! Da aber meistens keine Anwesenheitspflicht herrscht, gibt es häufig auch keine Hausübungen. Wird eine Vorlesung von mehreren Professor:innen zu einem bestimmten Überthema gehalten, nennt man sie Ringvorlesung.

Das bedeutet also für dich als Student:in:
Theorie oder Praxis: Theorie
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: nein, außer mit dem Zusatz „prüfungsimmanent“

2. DAS SEMINAR

Ein Seminar findet in kleineren Gruppen zu circa 30 Personen statt, somit gibt es hier eine Beschränkung. Melde dich also rechtzeitig an! Das bedeutet auch: Anwesenheitspflicht – du darfst nur einen bestimmten Anteil der Einheiten fehlen (in der Regel ein Viertel bis Fünftel der Gesamtzeit). Wie in einer Schulklasse
wird im Seminar aktive Teilnahme erwartet, Hausaufgaben, Referate oder Diskussionen sind vorzubereiten. Am Ende musst du in der Regel keine Prüfung ablegen, sondern eine Seminararbeit verfassen.

Der Unterschied zwischen Proseminar und Hauptseminar ist, dass ein Hauptseminar nur von Professor:innen gehalten werden darf, während ein Proseminar auch von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen vorgetragen werden kann.

Das bedeutet also für dich als Student:in:
Theorie oder Praxis: beides
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: ja
Hausübungen, Referate etc.: ja

3. DIE ÜBUNG

In der Übung werden Aufgaben gemeinsam geübt und gelöst – wie der Name schon sagt. Häufig laufen Übungen parallel zu Vorlesungen oder Seminaren und greifen dort gestellte Aufgaben auf. Auch hier ist die Teilnehmer:innenzahl begrenzt, damit die Lehrpersonen besser auf die Studierenden eingehen können. Deshalb darfst du auch hier nicht (zu oft) fehlen und es gibt Vorbereitungsaufgaben für zuhause.

Das bedeutet also für dich als Student:in:
Theorie oder Praxis: Praxis
ECTS-Punkte/Benotung: ja
Anwesenheitspflicht: ja
Hausübungen, Referate etc.: ja

4. DAS TUTORIUM

Ähnlich wie die Übung ist das Tutorium da, um Studierenden ein besseres Verständnis zu vermitteln. Themen aus Vorlesungen oder Seminaren werden gemeinsam bearbeitet. Die Tutor:innen, also die „Lehrer:innen“ eines Tutoriums, sind Studierende, die häufig besonders gut in dem jeweiligen Fach sind und schon viel Erfahrung haben. Die Teilnahme ist freiwillig und bringt im Normalfall keine ECTSPunkte, bei Fragen und Schwierigkeiten kann sie aber sehr hilfreich sein.

Das bedeutet also für dich als Student:in:
Theorie oder Praxis: Praxis
ECTS-Punkte/Benotung: (meistens) nein
Anwesenheitspflicht: nein
Hausübungen, Referate etc.: nein, evtl. freiwillig

SCHNELLER STUDIEREN

SO SPARST DU ZEIT, GELD UND NERVEN

Arbeitsplan: Welche Lehrveranstaltungen, wie viele Prüfungen und Arbeiten sind zu absolvieren? Welche Voraussetzungen sind jeweils zu erfüllen? Gibt es Studienabschnitte? Überprüfe diesen Plan regelmäßig und reflektiere über die Ergebnisse.

Studienteams: Bereite dich mit Kolleg:innen auf Prüfungen vor, tauscht Unterlagen aus etc. – gemeinsam schafft ihr mehr.

Wiederholen und vertiefen: Neuer Lernstoff sollte zeitnah wiederholt werden, das spart Zeit bei der Prüfungsvorbereitung.

DER EUROPÄISCHE HOCHSCHULRAUM

BOLOGNA-PROZESS

Der Bologna-Prozess ist eine Reform des europäischen Hochschulwesens, die 1999 gestartet wurde und an der mittlerweile 48 europäische Länder sowie die EU mitwirken. Kernziel war und ist ein europäischer Hochschulraum mit qualitätsgesicherten, transparenten und vergleichbaren Studienangebote und Abschlüssen. Es gibt drei Stufen: Bachelor, Master und Doktor/PhD.

DAS EUROPEAN CREDIT TRANSFER AND ACCUMULATION SYSTEM (ECTS)

Um die jeweiligen Abschlüsse zu erreichen, sammelt man Punkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Abhängig vom Aufwand der jeweiligen Lehrveranstaltung bekommst du dafür eine bestimmte ECTS-Punktzahl. Ein Bachelorstudium schließt normalerweise mit 180 ECTS ab, ein Masterstudium mit 120. Das bedeutet, du solltest circa 30 ECTS-Punkte pro Semester schaffen, was jedoch keine Verpflichtung, sondern eher eine Richtlinie ist.

Sei aber nicht zu besorgt, wenn du im ersten Semester nicht die gesamte Anzahl schaffst: Sobald du das Universitätssystem besser kennst, wird dir das Punktesammeln bestimmt leichter fallen. Allgemein sollen für einen Credit Point circa 30 Arbeitsstunden anfallen. Auch dies kann leicht variieren, da der Arbeitsumfang für eine Lehrveranstaltung von dir, deinen Neigungen sowie von der Lehrperson und den Studieninhalten abhängt.

Den „Deckel“ des dreistufigen Systems bildet der Doktor/PhD. Die meisten PhD-Angebote richten sich vor allem an Leute, die selbst in die Forschung gehen oder an der Universität arbeiten möchten. Der Doktortitel hingegen kann immense Vorteile in der Wirtschaft bringen oder du erhältst ihn nach einem Medizinstudium.