UNI ODER FH?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Universität und Fachhochschule? Und was passt besser zu mir?

STUDIENANGEBOT

Die Auswahl an Studiengängen ist bei beiden Institutionen enorm vielfältig, fast alles kann man an Unis und FHs studieren. Als Richtlinie gilt: 

  • ärztliche und juristische Berufe erreicht man meist über die Universität 
  • stark praxisbezogene Ausbildungen, wie Physiotherapie oder Sozialarbeit, werden an Fachhochschulen geboten 
  • in den Bereichen Wirtschaft und Technik gibt es oft beide Optionen, an der Uni erfolgt die Spezialisierung meist später als an der FH 

LEHRVERANSTALTUNGEN

Die FH verlangt Anwesenheit, wobei natürlich gewisse Fehlzeiten (z. B. Krankenstände) toleriert werden (meist 20 bis 30 %). An Unis unterscheidet man zwischen prüfungsimmanenten und nichtprüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen – erstere sind mit einer Anwesenheitspflicht verbunden, um bei den Prüfungen antreten zu können. 

WICHTIG: 

  • Wer individuelle Freiheiten genießt und sich selbst zum Lernen motiviert, dem wird das Uni-System besser gefallen. 
  • Wer gern klare Strukturen hat und schnell vorankommen will, wird die FH bevorzugen. 

PRAKTIKA UND AUSLANDSSEMESTER

Fachhochschulen arbeiten eng mit dem Berufsfeld zusammen – Praktika sind Pflicht, häufig in Zusammenhang mit der Bachelor- oder Masterarbeit. Viele Unis wie auch FHs haben Partnerhochschulen im Ausland und nehmen an internationalen Austauschprogrammen teil.

BEWERBUNGSFRISTEN

An den meisten Fachhochschulen beginnen die Aufnahmeverfahren bereits im März, insbesondere für besonders begehrte Plätze, z.B. im Gesundheitsbereich. Die Uni-Aufnahmetests finden in den Sommerferien statt – mit Ausnahme mancher Kunstuniversitäten. Dennoch endet die Bewerbungsfrist teilweise erheblich früher: Die Anmeldung für den Medizin-Aufnahmetest (MedAT) schließt bereits im März. Für Uni-Studien ohne Zugangsbeschränkungen endet die Zulassungsfrist meist wenige Wochen vor Semesterbeginn. 

ABSCHLUSS

Seit der Umstellung auf das Bologna-System schließen Uni- und FH-Studien mit denselben Abschlüssen ab: Nach 3 bis 4 Jahren gelangt man zum Bachelor, nach weiteren 1 bis 2 Jahren zum Master. An den Universitäten gibt es noch Ausnahmen, so sind etwa Rechtswissenschaften teilweise als Diplomstudium mit Magisterabschluss organisiert. 

ENTSCHEIDUNG

Mittelpunkt stehen: Wo kann man die eigenen Stärken und Interessen am besten entfalten? 

Wichtig: Immer mehr Studierende machen den Bachelor an der Uni und den Master an der FH oder umgekehrt. Die Antwort auf die Frage „Uni oder FH?“ lautet daher immer öfter: Beides! 

DER AUFNAHMETEST

SCHLÜSSEL ZUM STUDIUM

Die Matura öffnet alle Türen? Leider nicht immer. Informationen zu Aufnahmetests findest du unter www.aufnahmepruefung.at.

 

WO WERDEN AUFNAHMETESTS GEMACHT?

Vor einem FH-Studium erwartet dich meist ein Aufnahmeverfahren. Auch an Unis gibt es Prüfungen, wenn mehr Anmeldungen erfolgen, als Studienplätze zur Verfügung stehen. 

ACHTUNG, ANMELDEFRIST!

Bei Aufnahmetests ist eine rechtzeitige Anmeldung wichtig. An FHs ist die Deadline meist im April oder Mai, während man an Universitäten oft bis Juni oder Juli Zeit hat. Trotzdem solltest du dich früh informieren, um Zeit für die Vorbereitung zu haben. Außerdem wichtig zu wissen: An Universitäten kann eine Testgebühr anfallen. 

VORBEREITUNG – NUR WIE?

Bei universitären Aufnahmeverfahren kann das umfangreiche Stoffgebiet einschüchternd wirken. Das große Pensum zielt darauf ab, dich auf die Lernmengen des Studiums vorzubereiten. Bewahre also Ruhe, teile dir den Stoff gut ein und bitte eventuell eine Fachlehrkraft an deiner Schule um Hilfe. An FHs hat die Aufnahmeprüfung oft große Ähnlichkeit mit Intelligenztests. Die Aufgabenstellungen können anfangs verwirrend und ungewohnt sein. Online gibt es zahlreiche Trainings und Simulationen für solche Tests. 

ABLAUF

Die meisten Aufnahmeprüfungen werden am Computer absolviert. Dieser wird vor Ort bereitgestellt. Manchmal gibt es auch nur Papier und Stift. Handschriftliche Notizen sind jedenfalls erlaubt. Beachte die Instruktionen und Hinweise der Testleitung, und gib einfach dein Bestes! 

UND WENN ES NICHT KLAPPT?

Nur den Kopf nicht hängen lassen! Jedes Jahr bewerben sich Hunderte für einen Platz in dem Studiengang, den auch du dir gewünscht hättest. Wenn das Fach dich wirklich begeistert, versuche im nächsten Jahr noch einmal dein Glück! Es gibt viele Möglichkeiten, das „Gap Year“ zu überbrücken, und du hast damit ausreichend Zeit, dich noch besser vorzubereiten.